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Kap Hoorn, wie es im Buche steht. Als eines der wenigen eisfesten Polarschiffe bewegt sich die MS »Fram« in abenteuerlicher Tradition. Drohend rollen die Wellenberge heran und versprühen, aufgepeitscht von einem starken Westwind, ihre schäumende Gischt an der Steuerbordseite bis hinauf aufs Aussichtsdeck. Nervös sausen die Kaffeetassen in der Cafeteria von einer Tischseite auf die andere. Und ist nicht gar das laute Scheppern in der Bordküche ein untrügliches Zeichen dafür, dass einer der Tellerstapel soeben die Gesetze der Schwerkraft überkorrekt durchbuchstabiert hat?
Die Situation wirkt wie der Überraschungsangriff entfesselter
Naturgewalten. Denn gerade noch hatte nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Ushuaia die ruhige Anfahrt durch den vor Wind und Wetter geschützten Beagle Kanal keine misstrauische Vorahnung aufkommen lassen. Doch dann, auf offener See südlich von Feuerland, will es sich die Drake Passage offenbar nicht nehmen lassen, ihrem berühmt-berüchtigten Ruf als größter Schiffsfriedhof der südlichen Hemisphäre erneut gerecht zu werden.
Weißer Fleck auf der Landkarte
Und dies auf dem direkten Weg hinunter in die Antarktis, die seit vielen Millionen Jahren ihre Oberfläche unter einem dicken Eispanzer verbirgt. Selbst der Star aller Weltentdecker, der Engländer
James Cook, bekam sie nie zu Gesicht, so sehr er sich bei seiner Suche nach einem damals noch imaginären Südkontinent auch abmühte. Jenes verschollene Teilstück des riesigen Urkontinents Gondwana, das sich, wie wir heute wissen, einst durch ungeheure tektonische Kräfte aus der Gemeinschaft mit Südamerika, Afrika, Australien, Indien und Neuseeland verabschiedete in eine Abgeschiedenheit, die am Ende des Zeitalters der Entdeckungen als der größte weiße Fleck auf der Landkarte übrig blieb. Ein Ärgernis, das schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gar den Ehrgeiz der Entdecker und Wissenschaftler anspornte, den Südpol als ds Zentrum dieser gewaltigen Landmasse aufzustöbern. Allen voran
der Norweger Roald Amundsen und der Engländer Robert Scott, die sich ein erbittertes Wettrennen lieferten, aus dem Amundsen schließlich als Sieger hervorging.
Shackleton-Kultstätte
Aufregend auch die Antarktis-Expedition des Engländers Ernest Shackleton, dessen Schiff »Endurance« sich im Packeis verfing und dann unter den Augen der Besatzung von diesem zerdrückt wurde. Eine Tragödie, die dazu führte, dass 22 Seeleute auf dem entlegenen Elephant Island in langen viereinhalb Monaten bei völliger Dunkelheit und in eisiger Kälte unter der Wölbung umgedrehter Rettungsboote auf Hilfe warten mussten. Aus heutiger
Flagge der MS »Fram« im Hafen von Ushuaia
Ausfahrt aus der Caldera von Deception Island
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