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Liebe Leser des Schiffsreisen-Magazins,
Kreuzfahrtfreunde und Schiffsliebhaber,
ein Luxus-Anbieter von Kreuzfahrten hat’s schwer. Denn das Niveau auf den Schiffen für die oberen Zehntausend, wobei die Zahl sogar in etwa hinkommen dürfte (alle hierzulande buchbaren Top-Schiffe in puncto Passagierzahl zusammengerechnet) hat eine Perfektion erreicht, die es wahrhaft nicht leicht macht, Neues zu erfinden. Selbst dann, wenn die Passagiere bereit sind, es dankbar anzunehmen – anders als jene Japanerin an Bord der »Sea Goddess« vor nun schon dreißig Jahren, die von ihrem Liebsten tausend rote Rosen zum Frühstück bekam, dargebracht in einem gigantischen, aber schmucken Kübel, den der Chief-Engineer extra zusammengeschweißt hatte – und für den die Dame kaum mehr als einen Seitenblick übrig hatte.
Kürzlich war ich bei einem kulinarischen Event auf einem Schiff der obersten Klasse, mit dem ich vor Jahresfrist auch gereist bin. Ich hatte also schon Gelegenheit, alle Gourmet-Tempel an Bord zu erleben und zu „erschmecken“, ich habe die stimmungsvolle Poolparty gespürt, bei der’s richtig krachte – und kam nun wieder, um bei Star-Köchen und -Musikern eine Steigerung all dessen zu erleben. Fazit: Eine Steigerung gibt’s nicht. Ich habe aus der Hand anerkannter Sterneköche ein Menü in gleicher Qualität serviert bekommen, wie ich es ein Jahr zuvor im selben Restaurant an Bord hatte, und ziemlich genau dieselbe gute Stimmung am Pool erlebt, die ich von den abendlichen Partys schon kannte und schätzte. Alles das in echter 5-Sterne-plus-Qualität. Und damit am Limit.
Andere Reedereien exerzieren schon seit etwas längerer Zeit vor, was alles
geht: Silversea etwa hat sich noch nie gescheut, für die überschaubare Passagierzahl seiner damals wirklich noch kleinen Schiffe das Opernhaus in Sydney exklusiv reservieren zu lassen. Am Ende eines anstrengenden Überland-Ausfluges in Südafrika exakt das Buffet, das es an Bord gibt – mit dem Tafelsilber und der Tischwäsche vom Schiff, allen wohlvertrauten und beliebten Service-Kräften aus dem Bordrestaurant – in einem Kral aufzubauen und dort ein Gefühl zwischen Lagerfeuerromantik und Haute Cuisine zu zaubern. Alles das weiß der Gast zu schätzen.
Betritt hingegen – und auch das habe ich schon erlebt – der Butler im Viertelstunden-Takt ungefragt die Passagier-Kabine, um Informationen oder Wohltaten herein zu bringen, quillt der Briefkasten an der Kabinentür mehr über als der heimische (zwar nicht mit
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